Ich biete Atelierkurse in Malen und Zeichnen für kleine Gruppen an(vier Personen).
Wünsche, Thema und Zeitpunkt betreffend, sind durch die geringe Gruppengröße bis zu einem gewissen Grad frei verhandelbar. Themenvorschläge gebe ich auf Anfrage.
Eine Kurseinheit Zeichnen geht über 2 bis 3 Stunden, je nach Absprache. Eine Kurseinheit Malen geht über 3 bis 6 Stunden oder über ein Wochenende mit 2x 6 Stunden.
Preis für 1Stunde (60min): 12.- EUR.

Susanne Becker, Karl Marx Ring 30, 81735 München,
Fon/Fax 089/637 76 97
Email: beckersue @t-onlin.de
Bankverbindung:
Postbank München BLZ 700 100 80 Kto.Nr.917 19-803

Unterrichtsthemen

Landschaft I
Malen und übers Sofa hängen. Oder was kann Landschaftsmalerei heute noch sein? Die Sehnsucht ausleben? Flucht und Ersatz für Defizite im Alltag? Oder lebendige Auseinandersetzung mit gegebener Realität? Was kann Landschaftsmalerei heute noch sein, was kann sie für uns sein? Können und dürfen wir noch Idylle oder Erhabenheit empfinden und versuchen darzustellen? Und wenn, dann wie überhaupt?Wie können wir angesichts von Umweltzerstörung und Landschaftsausbeutung noch Bilder davon herstellen wollen? Geht es überhaupt ums Herstellen von Bildern? Wir nähern uns einer (Stadt)Landschaft malend, zeichnend, skizzierend, aus dem inneren Blick auf mögliche Land-Art Projekte heraus. Ort: Kiesgrube, Putzbrunner Str. Material: Aquarellfarben, Buntstifte, Kreiden, Bleistift, Acrylfarbe, Skizzenbuch.

Landschaft II
"Es ist so unerträglich schön und ich kanns nicht malen"
Der Umgang mit der Schönheit will gelernt sein. Es ist soviel leichter auf einem Müllplatz zu malen als in der Toskana. Grade in einer "schönen"Landschaft sind wir oft erstmal überfordert, alles was wir sehen ist mit bestimmten Gefühlsinhalten besetzt, die wir gern "rüberbringen" würden, was uns in der Regel erstmal mißlingt. Vor die Landschaft die vor uns liegt schiebt sich unser "inneres Bild" und verhindert die klare Wahrnehmung. Wir werden daher den "normalen" Weg des Malers vom Gegenständlichen ins ungegenständliche Malen umkehren, uns zuerst für Farben und Formen sensibilisieren, dann diese in der Landschaft suchen und finden und uns von den Ergebnissen überraschen lassen.

An dieser Stelle zur Erinnerung und weil ich es so liebe: "Man merkt auch von Mal zu Mal besser, wie notwendig es war, auch noch über die Liebe hinauszukommen; es ist ja natürlich, daß man jedes dieser Dinge liebt wenn man es macht; zeigt man das aber, so macht man es weniger gut; man beurteilt es, statt es zu sagen.Man hört auf, unparteiischzu sein; und das Beste, die Liebe, bleibt außerhalb der Arbeit, geht nicht in sie ein, restiert unumgesetzt neben ihr; so entstand die Stimmungsmalerei (die um nichts besser ist als die stoffliche). Man malte: ich liebe dieses hier; statt zu malen: hier ist es.Wobei denn jeder selbst gut zusehen muß, ob ich es geliebt habe. Das ist durchaus nicht gezeigt, und manche werden sogar behaupten, da wäre von keiner Liebe die Rede. So ohne Rückstand ist sie aufgebraucht in der Aktion des Machens."Rainer Maria Rilke: Briefe über Cézanne,S.41

Ein Skizzenbuch führen und eigene Projekte entwickeln. Malerisches/künstlerisches Selbstmanagement
"Tu was Du willst" steht auf dem Amulett, das Bastian Balthasar Bux in der Unendlichen Geschichte von der Kindlichen Kaiserin erhält. Und er muß lernen, daß das schwerer ist, als es klingt. Wie finde ich heraus, was ich tun will ? Wie finde ich zu meinen eigenen Projekten? Wie funktioniert eigentlich Kreativität? Ein altbewährtes Mittel dazu ist, ein Tagebuch in Form eines Skizzenbuchs zu führen. Fast alle Künstler haben das über kürzere oder längere Zeiträume hinweg getan. Malerei, Zeichnung, Zitate, Prosa und Dichtung bunt gemischt oder streng geordnet, Skizzenbücher sind eine eigene Kunstform.Wir werden ausprobieren, wie vielfältig sich ein Skizzenbuch nutzen läßt, streng projektgebunden oder frei assoziierend, vielleicht erfinden wir noch ein paar neue Möglichkeiten dazu.?

Einführung ins ungegenständliche Malen
Indem wir uns dem reinen Spiel von Farben und Formen überlassen, die wir zunächst einmal nicht mit Begriffen und Bedeutungen festschreiben können, schaffen wir uns den inneren Raum, in dem Kreativität wachsen kann. Wir lernen, die "kleinen Impulse" wahrnehmen und umsetzen und wir lernen dem Malprozeß und unserem eigenen inneren Prozeß vertrauen. Wir lernen, daß es keine Fehler, kein Scheitern und keine mißlungenen Bilder gibt, daß es aber trotzdem nicht egal und beliebig ist was wir tun. Wenn wir solange weitermachen, bis das Gefühl da ist "jetzt stimmt es" ist ein gutes Bild unvermeidbar.

Malerei und Bewegung
Bewegung - die Einheit aus Zeit und Raum, die sowohl das eine wie das andere für uns erst erfahrbar macht. Und:Ein (im weitesten Sinne gegenständliches) Bild - die zeit- und raumlose Darstellung von Zeit und Raum. Seit der Antike hat dieser widersprüchliche Bezug die malenden und zeichnenden Menschen fasziniert und sie haben immer wieder versucht dem Geheimnis der Bewegung und gleichzeitig der Veränderung aller Dinge näherzukommen, indem sie malend Zeit und Raum negierten. Bewegung auf Bildern kann wie "eingefroren" wirken, sie kann aber auch die Betrachtenden wieder ihrerseits in Bewegung bringen. Sowohl das eine wie das andere kann ge- oder mißlungene Absicht der Malerin/des Malers sein. Wir werden uns spielend, tanzend, nachdenkend, malend und zeichnend bewegen und bewegen lassen. Möglicherweise gelingen uns sogar ein paar bewegte und bewegende Bilder.

Die Spur der Dinge in die Hände bringen - Zeichnen (nicht nur) für Anfänger
Zeichnen,wird hier nicht nur als Abbilden verstanden, sondern als eine bestimmte Art des Seins: Die Spur der Dinge, die Spur des Sehens in die Hände bringen und über meine Hände auf das Übungsfeld, das das Papier an dieser Stelle ist: In diesem Sinne gibt es keine "gute" oder "schlechte" Zeichnung. Es gibt nur eine Zeichnung oder keine Zeichnung. Ein Kurs für alle, die Lust haben sich auf diesen Prozeß von Finden, Verlieren und Wiederfinden einzulassen, Zeichnerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Am ersten Kurstag bitte mitbringen: A4 Papier (ca.10-15 Blätter) oder Skizzenblock, weicher Bleistift (HB, B1 oder B2), Tesafilm, weiteres Material wird im Kurs besprochen.

Kopf und Porträt - warum noch zeichnen? Für zeichnerische Anfänger und Fortgeschrittene
Warum noch zeichnen obwohl es nahezu unbegrenzte Möglichkeiten gibt, Menschengesichter und -Köpfe abzubilden? Schnell und effizient. Was kann die Zeichnung, das die modernen Medien - angefangen beim Fotoapparat nicht können? Wer sich zeichnend und experimentierend auf diese Frage einlassen möchte ist zu diesem Kurs eingeladen. Wir werden lernen, zeichnend wahrzunehmen was unsere Gesichter gemeinsam haben, was sie unterscheidet, und welche Qualität unsere eigene Wahrnehmung dazugibt. Zeichnerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich Am ersten Kurstag bitte mitbringen: A4 Papier (ca.10-15 Blätter) oder Skizzenblock, Weicher Bleistift(HB,B1oder B2), Tesafilm, weiteres Material wird im Kurs besprochen

Das Ganze sehen - Aktzeichnen für Anfänger
Der Wunsch, Menschen abzubilden und darzustellen ist so alt wie die Menschheit selbst, weniges in unserer Umwelt begreifen wir so sehr als Ganzheit und Einheit wie die menschliche Gestalt. In diesem Kurs soll zunächst mit dem Mittel der blinden Konturzeichnung die Wahrnehmungsfähigkeit für diese Einheit eingeübt werden, später werden wir uns zeichnend Gedanken über Innen und Außen, Grenzen und deren Auflösung machen. Proportion, Perspektive und anatomische Gesetze lassen sich bis zu einem gewissen Grad auf diesem Weg spielerisch experimentierend erlernen. Am ersten Kurstag bitte mitbringen: A4 Papier (ca.10-15 Blätter) oder Skizzenblock, Weicher Bleistift(HB,B1oder B2), Tesafilm, weiteres Material wird im Kurs besprochen

Malen mit Erdfarben, Materialien und Erde
Erde - die erste und ursprünglichste Erfahrung von Farbe überhaupt. Wir alle haben sie gemacht, als kleine Kinder in der Lust des Schwarz- und Schmutzigwerdens, die allerersten Beispiele von Malerei sind in vorgeschichtlicher Zeit mit Farben entstanden, die zu großen Teilen aus Erden bestanden. Farbmittel (Pigmente) aus Erden und Gesteinen sind, seit die Geschichte der Malerei erforscht ist, ein wesentlicher Bestandteil, der farblichen Ausdrucksmittel gewesen. Wir wollen in diesem Kurs Erfahrungen mit den malerischen Möglichkeiten sammeln oder vertiefen, die verschiedenfarbige Erden, Erdpigmente und erdähnliche Materialien wie Asche oder Sand in der Malerei eröffnen können.

Linie und Fläche - Streitbeziehung oder harmonische Ehe?
Woran liegts?Wann kann die eine nicht ohne die andere sein, wo steht die eine der anderen im weg? Wo sind Linien auf einem gemälde "schon" grafisch, wo "noch" malerisch? Wo ist der Übergang zwischen Zeichnung und Malerei? Wie kann ich zeichnend malen und malend zeichnen?

Der Bezug zum Rand , die "leere Form", der Zwischenraum
Indem wir "Etwas" malen oder zeichnen, erschaffen wir auf der Leinwand oder auf dem Papier gleichzeitig den Bereich wo das nicht ist, was wir malen oder zeichnen. Diese "leere Form" gestaltet die Fläche womöglich nachhaltiger als alle bewußt erzeugten Bildinhalte. Stellen wir ein Semester lang malend und zeichnend unser Denken "auf den Kopf" und finden wir heraus wie diese Umkehrung der Perspektive sich auf unsere Bilder auswirkt. Material: Skizzenbuch, Bleistift, Acrylfarben Magenta(kaltes Rot), Cyanblau, Ultramarin, Gelb, Schwarz und Weiß,Malblock, Pinsel.

Stilleben laufen nicht weg...
...sie halten sogar ziemlich still.Das wird von Mal-und Zeichenanfängern immer wieder dankbar so empfunden. Deshalb hat jede und jeder Malende eine länger oder kürzer dauernde Phase in der Obstschalen und Blumensträuße einfach Thema sind. Und alle nachfolgenden Malgenerationen denken daraufhin, daß Stilleben zu malen obligatorisch dazugehört. Und so wird unser malerisches Universum von einer ständig noch anwachsenden Unzahl von gemalten obstschalen und blumensträußen bevölkert, denen anzusehen ist, daß sie eine Pflichtübung waren. Wir wollen uns ein Semester lang zeichnend und malend dem "Geist der Dinge"annähern,der bewirkt, daß es unendlich spannend werden kann, sie malend darzustellen.

Mappenvorbereitungskurs für Studienbewerber
"Im Nachhinein kann ich nur sagen, ich hätte mich damals auch genommen, aber nicht wegen der Arbeiten, die ich für die Glanzstücke meiner Mappe hielt, sondern wegen dem, was trotz allen dran-hin-Arbeitens, an eigenem Ausdruck nicht totzukriegen war".(Erfahrung einer Bewerberin für den Studiengang Kunsterziehung) Damit die eigene Ausdrucksfähigkeit nicht vermeintlichen Mappenanforderungen zum Opfer fällt, auf der anderen Seite aber auch falls nötig noch daran ein bißchen gearbeitet werden kann, gehe ich mit Euch Eure Mappen durch, überlege mit Euch zusammen, wo eure Stärken sind und wie Ihr die bis zum Abgabetermin noch klarer darstellen könnt, wenn das nötig ist. Schwerpunkt: Bewerber für das Fach Kunsterziehung